Kritiken
Barbara Graf-Brauneder
Casanova in Güssing

VIEL APPLAUS FÜR DIE BURGSPIELE 2016
GESTIEFELTER KATER & CASANOVA

Die BURGSPIELE GÜSSING haben in ihrer 23. Spielsaison die Besucherzahl von rund 3.500 gegenüber dem Vorjahr halten können, obwohl man in Anbetracht der Vielzahl der Veranstaltungen in der Region auf 2 x 7 Aufführungen reduziert hatte. CASANOVA brachte trotz widrigen Wetters alle 7 Vorstellungen über die Bühne, beim „Gestiefelten Kater“ fiel eine Aufführung ins Wasser.

„Die Abenteuer des Giacomo CASANOVA“ waren ein erfrischend frivoles Theatererlebnis auf der Sommerbühne, und Regisseurin Sabine James, die selbst im Reigen der Damen um den großen Verführungskünstler mitspielte, konnte viel Lob über die gelungene Inszenierung ernten. Das gesamte Ensemble, in dem viele neue Gesichter zu sehen waren, erhielt tolle Kritiken, und besonders Oliver Mulzet in der Titelrolle bezauberte mit seinem Charme und Gesang. Barbara Graf-Brauneder sang nicht nur selbst, sondern gab mit ihrem musikalisch-pädagogischen Wissen den Darstellern den nötigen Rückhalt, wovon u. a. Helga Galosch als „Maria Theresia“ und Viktoria Hotwagner in der weiblichen Hauptrolle profitierten. Das homogene Bühnenbild von Heinz Gurdet, und die großartigen Kostüme taten ein Übriges zum faszinierenden Gesamteindruck.

„Der gestiefelte Kater“ war ein besonderes Erlebnis für die gesamte Familie. Das stark verjüngte Ensemble meisterte die große Aufgabe des von Sabine James „ausgebauten“ klassischen Märchens mit Bravour. Inhaltlich dem Hauptstück angenähert – mit dem von Sarah Doncsecs glänzend besetzen gestiefelten Kater und dessen Gegenspieler (Katrin Trinkl) – bot sich dem begeisterten Publikum ein mit Gesang und Tanz angereichertes, prächtiges Schauspiel, in dem auch die Jüngsten mit großem Applaus bedacht wurden.

Frivol und charmant: Güssinger „Casanova“ hatte Premiere(22.07.2016)

Liebesabenteurer, Charmeur, Herzensbrecher, Lebemann – zu Giacomo Casanova fallen einem viele Attribute ein. Die Güssinger Burgspiele fügen mit ihrer heurigen Inszenierung auf der Festwiese noch einige hinzu.

Casanova ist auch Grübler, Schwindler und Erfinder, wie Oliver Mulzet in der Titelrolle überzeugend darzustellen weiß.Im Vordergrund stehen aber seine Beziehungen zum weiblichen Geschlecht. Reihenweise erliegen Astrid Zach, Edith Fuchsbichler oder Sophia Werner seiner amourösen Anziehungskraft, wenngleich Viktoria Hotwagner als seine große Liebe Henrietta im Zentrum von Casanovas amourösem Streben steht. Dieses gilt sogar dem vermeintlichen Kastraten Bellino, den Regisseurin Sabine James höchstpersönlich mimt.

Für die Handlung verbindet sie Episoden aus Casanovas Lebensgeschichte zu einem losen Strang. Eingängige Melodien, gewitzte choreographische Einfälle und deftige frivole Einlagen begleiten die Biographie, Barbara Brauneder-Graf und Helga Galosch vermitteln mit Solo-Arien große Oper.

Das Premierenpublikum auf der Festwiese spendete begeistert Applaus.

See You In Wallhalla

Itzehoe 2016

Martha Mödl, Birgit Nilsson und Astrid Varnay, die drei größten Wagnerinterpretinnen des vergangenen Jahrhunderts, erhalten von dem Veranstalter Wieland Wagner eine Einladung, mit der Rheintöchter-Airline nach Wallhalla zu reisen. Der Flug wird immer wieder wegen schlechten Wetters verschoben. Diese Zeit vertreiben sich die Diven mit allerhand Anekdoten, Witz und wahren Geschichten über sich und die Bayreuther Festspiele.

Kammeroper Leipzig

Bevor die stimmgewaltigen Damen in der Aufführung „See You In Wallhalla“ der Kammeroper Leipzig zur Begleitung von Elena Gertcheva los legten, verteilte Katharina Wingen Ohropax. Im großen Saal des theater itzehoe sollte die Veranstaltung stattfinden, wurde aber wegen geringer Resonanz kurzfristig in das Studio verlegt. „Die Itzehoer haben nicht viel Interesse an Wagner“ stellte Theaterdirektorin Ulrike Schanko fest. So litten die vorgetragenen Ausschnitte aus Richard Wagners Opern „Isoldes Liebestod“, „Rheingold“, „Tannhäuser“, „Lohengrin“ und „Die Walküre“ unter der vergleichsweise schlechten Akustik im Studio.

Den Zuhörern aber gefiel es gut, wie sie mit viel Applaus zeigten. Schade – die Vorstellung hatte mehr Zuspruch verdient.

Walkürenritt

Walkürenritt und Diventratsch 2011

Die Idee ist hübsch, das Rezept denkbar einfach. Man nehme drei Sängerinnen und einen Pianisten, dazu ein paar Wagnerarien, spicke mit einigen Anekdoten und packe das Ganze auf eine Kleinkunstbühne – fertig ist ein szenischer Richard-Wagner-Abend. „See you in Wallhalla“ heißt das Programm der Kammeroper Leipzig.

Leipziger Krystallpalast Varieté

2010 wurde es zum Überraschungserfolg der Bayreuther Festspiele und nun auch am Montagabend im proppenvollen Leipziger Krystallpalast Varieté mit begeistertem Applaus und Bravo gefeiert.Die Kammeroper Leipzig gründete sich 2009 als 1. Sächsisches Tourneetheater und macht Opernpasticcios als Liaison von Oper und Theaterstück zu ihrem Markenzeichen. Und tatsächlich braucht es in „See you in Wallhalla“ nicht mehr als ein paar transportfreundliche Requisiten, wie einen Tisch und Garderobenständer, drei Stühle sowie drei schrecklich schräge Handtaschen um den drei großen Wagnerinterpretinnen des 20. Jahrhunderts Martha Mödl, Birgit Nilsson und Astrid Varnay zu huldigen.

Aus Wagners Opernschätzen

So sieht man sich in Walhalla oder eben erst mal noch nicht: Die drei Primadonnen werden durch das Sturmtief „Wotan“ am Abflug dorthin mit „Rheintöchter-Airline“ gehindert und vertreiben sich nun auf dem Flughafen die Wartezeit mit dem Schwelgen in Erinnerungen, mit ein wenig Rumzickerei und natürlich mit Gesang. So gibt es ein Wiederhören mit Arien, Duetten und Terzetten aus Wagners Opernschätzen – stimmgewaltig und klangprächtig am Montagabend bei den Sopranistinnen Katharina Wingen (alias Martha Mödl) und Barbara Graf (Birgit Nilsson) sowie der Mezzosopranistin Annette Lubosch (Astrid Varnay).

Weiter hinten im Saal mischen sich Gesangs- und Klavierpart sicher wunderschön, ganz vorn am Bühnenrand eingeklemmt auf einem Stuhl direkt vorm Klavier, kommt man dagegen nicht umhin, die volltönende Saitenkunst des Pianisten Ekkehard Meister zu honorieren.

Die Anekdoten sind herrlicher Diventratsch.

Es gefällt, sehr sogar. Und der Walküren-Stuhl-Ritt aller drei muss dann noch einmal zugegeben werden.

Leipziger Volkszeitung , 23.02.2011 , Birgit Hendrich

Kammeroper Leipzig

Spaß mit Wagners Bayreuther Primadonnen
Die Kammeroper Leipzig zeigt im Krystallpalast „See You in Wallhalla“

Kammeroper Leipzig

Wagner, gekürzt auf 100 Minuten? Das freut Freunde kurzweiliger Abende, wenn sie raffiniert gemacht sind – so wie einst Loriot Riden „Ring des Nibelungen“ erzählte und den bildungsbürgerlichen Berg mit Leichtigkeit erklomm. Die Kammeroper Leipzig, ein Privattheater um die Sängerin Katharina Wingen (zuletzt „Tosca“ am Mittelsächsisches Theater Freiberg-Döbeln) entwickelt in ihren Opernpasticcios die Liaison von Oper und Theaterstück. Erstmals stellte sie sich nun mit „See You in Wallhalla“ in dieser Besetzung in Leipzig im ausverkauften Krystallpalast vor.

Nach der Überraschungspremiere im Rahmenprogramm der Bayreuther Festspiele 2010 in der Villa Wahnfried hat die Kammeroper damit ein Paradestück in Sicht auf das Wagnerjahr 2013 in petto, das auch Freunde starker Stimmen befriedigt. Erzählt wird ein fiktives Treffen der großen Wagner-Primadonnen Birgit Nilsson (1918-2005) , Martha Mödl (1912-2001) und Astrid Varnay (1918-2006). Alle drei haben eine Einladung „vom Wieland“ erhalten, gemeint ist Wagners Enkel Wieland, der im Rufe stand, die besten Sänger und Dirigenten seiner Zeit für den Grünen Hügel zu gewinnen.

Eitelkeiten und Plaudereien

Diese drei Damen sind grundverschieden: eitel und selbstverliebt die eine, robust und kühn die andere, sanft und kurzsichtig die dritte. Ihre neckische Konversation streift Intimes: Mödl war Strumpfhosenmodell, auf der Bühne umschwärmt, im Leben aber einsam. Hergezogen wird über schwächelnde Tristans, die auf der Bühne einschliefen, die zu dritt besetzt werden mussten – für jeden Akt einen. Geplaudert wird über die Eitelkeiten des Herbert von Karajan wie über den Geiz, Sänger bezahlen zu müssen. Noch besser als die Texte, die etwas knapp ausgestattet sind, kommen die Opernausschnitte: Gesungen wird con brio, was gut und teuer ist: Elisabeth, Sieglinde, Erda, Brünnhilde, Elsa und Isolde rauschen in einem Stimmfest zum Klavier durch den Krystallpalast. Ein bisschen Klamotte und trotzdem Wagner. Barbara Graf, Annette Lubosch und Katharina Wingen machen das als echte Rheintöchter ausgezeichnet.

Freie Presse , 23.02.2011 , Marianne Schultz

Die neueste Kritik zu „See you in Wallhalla“ – 12.11. Stadttheater Herford: “ … Die musikalische Leistungen waren ohne Fehl und Tadel. … Barbara Graf als Birgit Nilsson (anfangs in „Du teure Halle“ aus „Tannhäuser“) überzeugte…

Richard Wagner in Güssing

28.11.2012 Bezirksblatt Güssing
Musical Güssing schenkte goldene Klänge

Nach dem rockigen Musical „Tommy“ im September schlug Musical Güssing bei seinem alljährlichen Herbstkonzert wieder klassische Töne an Mit einem melodischen Bogen von Mozart bis Wagner bot man ein niveauvolles Konzert. „Schenk mir einen goldenen Kamm“ von Arnold Schönberg war nur eines von vielen Liedern, das beim Konzert von Musical Güssing im Kulturzentrum dargeboten wurde und dennoch kann es als Motto für den ganzen Abend gesehen werden.

Denn die vier mitwirkenden Musiker und Sänger wollten dem Publikum zwar keine Kämme, aber goldene Klänge schenken. Ein abwechslungsreicher und unvergesslicher Konzertabend war die Folge. Christian Richter brillierte auf dem Flügel. Technisch versiert und sehr einfühlsam spielte er Werke von Alexander Skrjabin und Alexander Zemlinsky.

Barbara Graf-Brauneder meisterte mit Bravour die Wesendonck-Lieder von Richard Wagner und Florian Resetarits hatte sich ganz den vier ernsten Gesängen von Johannes Brahms verschrieben. Marie-France Sylvestre spielte sich mit ihrer Klarinette in die Herzen der Zuhörer. Nach zwei Liedern von Arnold Schönberg wurde das Konzert mit leichterer Musik aus „Don Giovanni“ und „La Clemenza di Tito“ von W.A. Mozart beendet.

Die Sänger und Musiker freuten sich sehr über das rege Interesse des Publikums.

Nestroy 2008

Nestroy 2008:

„Der böse Geist Lumpazivagabundus“ von Johann Nestroy war ein weiterer Meilenstein in der Erfolgsgeschichte der BURGSPIELE GÜSSING.

Viele neue Gesichter im Ensemble brachten – wie fast jedes Jahr – neuen Schwung, wobei der Zulauf der Jugend besonders erfreulich war. Aber auch für die reiferen Jahrgänge gab es wieder wunderbare Rollen, und die Medien- und Publikumsmeinungen waren euphorisch.

Ob Manfred Doncsecs in der Titelrolle, Andreas Fandl, Markus Flenner und Toni Beretzki als „liederliches Kleeblatt“, Angelika Muik und Melanie Kroboth als konkurrierende Feen, oder die singenden Schwestern Barbara Graf-Brauneder und Petra Schmidt – sie sind nur die Exponenten im großartigen Gesamtbild des Ensembles, das von Laszlo Maleczky und seiner künstlerischen Assistenz zu kaum vorstellbaren Leistungen geführt wurde.